Nous tenons à remercier sincèrement le journal l’Alsace et plus particulièrement M. Roger Struss, la bibliothèque municipale de Colmar ainsi que la Chambre de Commerce et d'Industrie de Colmar qui nous ont permis de réaliser un historique si exhaustif.
Die elsässischen Weine sind „die ansehlichsten und am besten kultivierten“, geriet einst der Philosoph Montaigne ins Schwärmen, „der Wein bildet das Herz des Colmarer Handels“. Die erste von der Stadt gegründete Weinmesse fand 1305 an vier Tagen zu Sankt Martin statt. Der Handel gedeiht, als Colmar 1354 als freie Reichsstadt den Zehnstädtebund mitbegründet und auch die Steuerhoheit besitzt. Die Stadt organisiert vier Weinmessen jeweils zu den großen religiösen Festen, wobei sich alles stets vor der Stiftskirche Sankt Martin abspielt.
Der Colmarer Weinhandel sah sich mehreren Herausforderungen gegenüber, darunter Kriegen und dem Wettbewerb mit dem Rotwein, mit deutschen Weinen oder dem Bier. Aber Colmar wusste sich stets als die Hauptstadt des elsässischen Weines zu behaupten.
Das erste regionale Weinfest „Fête Régionale des Vins d’Alsace“ in der Stadt ist das Ergebnis einer langen Entwicklung, die nach dem Kriege von 1870/71 begonnen hatte. Zu jener Zeit wurden Weine aus Deutschland deutlich bevorzugt, was den Gemeinderat von Colmar ebenso wie die Industrie- und Handelskammer verärgerte. 1904 begannen sie gemeinsam das Projekt einer Messe für elsässische Weine zu entwickeln. Allerdings dauerte es dann noch bis 1927, bis diese Messe im Großen Saal des Katherinettenklosters stattfand. Und obwohl sie nur eine Ein-Tagesmesse war, verzeichnete sie auf Anhieb großen Erfolg.
Kurz darauf verursachten jedoch die Auswirkungen des Börsencrashs und die Weltwirtschaftskrise 1929 sowie die von Nazi-Deutschland ab den 30er Jahren ausgehende Bedrohung eine weithin gedrückte wirtschaftliche Stimmung, was auch das Messewesen zu spüren bekam. Darüber ließ sich ebenso das städtische Messeprojekt in der Zeit vor dem Kriege nicht weiter realisieren. Erst gegen Ende der 40er Jahre, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Kriege, gewann das Vorhaben eine neue Aktualität.
Nach dem 2. Weltkrieg befand sich die elsässische Wirtschaft in einem katastrophalen Zustand und die Moral der Elsässer war auf dem Tiefpunkt. Den einzigen Reichtum bildete der Wein. Unterstützt von der Stadt Colmar und der Vereinigung der elsässischen Weinerzeuger und Direktvermarkter gründete 1948 der damalige Generalsekretär der Industrie- und Handelskammer von Colmar, George Lasch, die regionale elsässische Weinmesse „Foire Régionale des Vins d’Alsace“. Schon diese erste Messe während der Sommerferien wurde zu einer großen touristischen Attraktion. Die ersten Messeausgaben fanden in der Colmarer Innenstadt statt, wo die Winzer während vier Tagen im Juni den vielen Besuchern ihre Weine in einer folkloristischen und festlichen Atmosphäre zum Probieren anboten.
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Die Zahl der Besucher stieg mit jedem Jahr und das Ansehen der Messe wuchs mit zunehmendem Alter. Schon bald wurde festgelegt, dass die Veranstaltung für die Dauer von rund zehn Tagen stets um den 15. August herum stattfinden sollte. Dabei umfasste sie drei Hauptbereiche: das Angebot und Probieren der elsässischen Weine auf dem überdachtem Marktplatz, die Gastronomiemesse im Hofe der Schule des Katherinettenklosters und die Ausstellung von Maschinen und Geräten für die Weinwirtschaft auf dem „Platz des 2. Februar“ beim Alten Krankenhaus.
Von einem lauten Glockengeläut der Colmarer Kirchen empfangen, feierte der französische Minister für Landwirtschaft, Pierre Pflimlin, die erste Messe als ein „Fest der Wiederauferstehung der elsässischen Weinkultur“. In allgemeiner wirtschafts- und handelspolitischer Hinsicht wurde die Messe jedoch nie zum „zentralen elsässischen Marktplatz“, von dem ihre Gründer vielleicht geträumt hatten. Ihre wesentlichen Funktionen bestanden in der Schaffung eines Schaufensters der elsässischen Weinwirtschaft bis zur Unterstützung der Wiederbelebung des Tourismus. Die Weinmesse erfüllte diese Rollen meisterlich und wurde zur führenden Sommer-Veranstaltung des Elsass.
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Ab Anfang der 50er Jahre, als es um die Ausstattung des eigenen Heims und anderer Lebensbereiche mit modernem Komfort ging, ergänzten auch Haushalt, Möbel, Baumarkt, Gartenbedarf, Camping-Caravaning die Ausstellungsliste. Und mit der zunehmenden Mechanisierung der Land- und Weinwirtschaft präsentierten auch immer mehr Hersteller des Maschinen- und Gerätebereiches ihre Produkte. Im Laufe dieser Entwicklung wurde die Messe zu einer Allgemeinen Ausstellung, vergleichbar mit den Messen in Straßburg oder Paris, aber stets unter Bewahrung ihres festlichen Charakters.
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Das Jahr 1957 begründet eine wesentliche Weichenstellung in der Messegeschichte. Ab diesem Zeitpunkt beherbergt die Gastronomiehalle auch das so genannte „Cabaret Colmar“. Hier präsentieren sich lokale Künstlerensembles (Grill-en-breit, Grudenot...), deren Humor beim Publikum voll ankommt. Zusätzlich wird noch im gleichen Jahr die Programmgestaltung des Cabaret an Johnny Stark übergeben, dem späteren Entdecker von Johnny Hallyday und Mireille Mathieu. Er macht sich daran, in Colmar echte „Musikgrößen“ zu produzieren. Damit ist offiziell ein Musikfestival geboren, wobei die Unterscheidung zwischen den Veranstaltungsteilen „Weinmesse und Ausstellung“ und „Festival/Konzerte“ immer deutlicher werden wird. Der neue Bereich trägt intensiv zur enormen Entwicklung der Gesamtveranstaltung bei, die 1959 die Marke von 150.000 Besuchern überschreitet. Fünf Jahre zuvor waren es noch 100.000 Besucher.
Mit der fortschreitenden Entwicklung der Messe wird immer deutlicher: Die „Foire Régionale des Vins d’Alsace“ ist ein kommerzielles Großunternehmen geworden. Die Topveranstaltung in Colmar kann sich als eine der rentabelsten Projekte präsentieren. Entwicklung gewiss, aber man darf sich auch nicht täuschen: Es gibt keine Messe „im Vordergrund“, auf der der Wein alles bedeutet, und keine „im Hintergrund“, auf der der Wein nur Vorwand und Zugabe ist. Der Wein bleibt das zentrale Element des gesamten Festes, auch wenn er nun nicht mehr alleine die Bilanz ausmacht.

Die Sicherheit und das Parkplatzangebot in der Stadt werden zu immer größeren Herausforderungen. Es wächst die Angst, dass sich ein Unfall in den voll besetzten Hallen zu einem Drama entwickeln könnte. Und schließlich veranlasst die herausragende Bedeutung der Veranstaltung den ehemaligen Colmarer Bürgermeister Joseph Ray zu der Erklärung, dass „der Moment gekommen ist, in dem die Messe von grundlegenden Veränderungen profitieren muß, dabei in Form einer deutlich wachsenden Fläche, die eine bessere Betreuung der Aussteller ermöglicht, und in besseren örtlichen Bedingungen zum Vorteil der Messebesucher“.
Dieser Forderung wird im Jahr 1968 mit der Eröffnung des heutigen neuen Messegeländes „Parc des Expositions et des Sports“ Rechnung getragen. Und am 23. September 1968 beauftragt die Stadt die gleiche Vereinigung mit der Vermarktung und dem Betrieb des Messegeländes, die auch die Weinmesse organisiert.
1968 ist es die 21. Weinmesse „Foire Régionale des Vins d’Alsace“. Zu ihr kommen auf dem neuen Messegelände knapp 200.000 Besucher. Die Veranstaltung verfügt von nun an über fünf Ausstellungshallen von zusammen 12.000 Brutto-Quadratmetern sowie zusätzlich ein überdachtes Freilicht-Konzerttheater, genannt „Die Konzertmuschel“, mit einer Kapazität von 6600 Besuchern.
Das Eröffnungsjahr wird ferner durch den Auftritt der von Johnny Stark geförderten und gemanagten Mireille Matthieu geprägt. Als Shooting-Star des französischen Chansons verhilft sie den Organisatoren der Weinmesse unbeabsichtigt auch dazu, die Belastbarkeit des neuen Konzerttheaters zu testen. Tatsächlich strömen nicht weniger als 15.000 Menschen in das Theater, klettern auf Mauern und besetzen jeden Ort, um auf die Bühne sehen zu können. Darüber entgeht man mit knapper Not fast schon einem öffentlichen Aufruhr. Es gibt keinerlei ernsthafte Unfälle. Doch kommt aufgrund der gemachten Erfahrungen schon damals der Gedanke auf, einen getrennten Kartenverkauf nur für das Konzerttheater einzuführen.
Jahr für Jahr entwickelt sich die Messe weiter, werden neue Messeaktivitäten eingeführt und präsentieren sich mehr und mehr Aussteller verschiedener neuer Messebereiche. Dabei sieht das Messegelände damals bautechnisch anders aus als heute. Das Konzerttheater befindet sich noch an der gleichen Stelle, während aber die heute bekannten Hallen (Weinhalle, Hallen 2, 3, und 4) ursprünglich die Form eines einzigen großen Hallenkomplexes hatten.
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Mit dem Umzug der Messe bestand für die Veranstalter die Ungewissheit in dem zu erwartenden Besucherzuspruch. Dass die historische Colmarer Innenstadt für die Messe inzwischen viel zu klein geworden war, war die eine Sache. Aber die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, auch auf das neue Messegelände zu folgen, war die andere. Letztlich aber hat die 21. Messeausgabe genauso wie ihre Vorgänger mit einem erneuten Besucherrekord einen vollen Erfolg gefeiert.
Allerdings stehen finstere Stunden bevor.
1979 wird die Weinmesse plötzlich zu einem tragischen Ereignis, das die Schlagzeilen der Presse beherrscht. In der Nacht von Donnerstag, den 9. auf Freitag, den 10. August 1979, und damit während der damaligen Messedauer, wird der gesamte Hallenkomplex durch einen verheerenden Brand vernichtet. Praktisch alles fiel den Flammen zum Opfer. Die Presse spricht von einer „Feuersglut auf 15.000 Quadratmetern“.
Das Unglück bildet eine tiefe Wunde in der Geschichte der Weinmesse. Es ist das tragischste Ereignis in dem jetzt bereits mehr als 60jährigen Bestehen der Messe. Die Verluste beliefen sich auf 25 Millionen Francs, was insgesamt noch eine glimpfliche Summe bedeutet: 15 Millionen für Gebäudeschäden und 10 Millionen für vernichtetes Ausstellungsmaterial. Tatsächlich brannte es gegen 01.30 Uhr. Nur eine Stunde zuvor waren noch tausende Besucher und alle Aussteller anwesend. Angesichts dieser Tatsache stelle man sich lieber nicht das Ausmaß der Katastrophe vor, wenn das Feuer schon zu diesem Moment ausgebrochen wäre. Ferner sollte die Messe in der darauffolgenden Nacht erst um 02 Uhr schließen, so dass man quasi auch noch „Glück“ hatte, dass es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag brannte, und nicht Freitag-Nacht.
„Zehn Minuten nach ein Uhr habe ich noch eine Sicherheitsrunde gedreht“, erklärte ein Colmarer Feuerwehrmann. „Ich habe nichts Ungewöhnliches bemerkt. Ich bin zum Stützpunkt zurückgekehrt und danach ging innerhalb von weniger als 20 Minuten der Alarm los.“ Die beunruhigende Geschwindigkeit, mit der sich das Feuer ausbreitete, bestätigt die Zeugenaussage eines Ausstellers: „Ich habe das Messegelände kurz nach ein Uhr verlassen. Alles war ruhig. 45 Minuten später stand das gesamte Dach in Flammen.“
Anlässlich des Ereignisses rückt die Frage nach der Sicherheit in den Mittelpunkt des Interesses. „Hätte die Katastrophe vermieden werden können?“ beherrschte ab dem darauf folgenden Taq alle Diskussionen. Ist es normal, dass das mit der Gewährleistung der Sicherheit eingesetzte Feuerwehr-Fahrzeug das Gelände mit dem Schließen der Messe verlässt? Wieso gab es keine Sprenkleranlage, die bei zu großer Hitzeentwicklung automatisch ausgelöst wird? Warum war die Handwerkshalle aus brennbarem Material gebaut worden? Wie hätten die Besucher evakuiert werden können, falls das Feuer eine Stunde vorher ausgebrochen wäre?
Die Antworten der Verantwortlichen auf die Fragen erfolgten stets mit dem Hinweis, dass alle Sicherheitsvorschriften beachtet worden waren. Übrigens ein Punkt, der damals auch von den Versicherungsfachleuten nie bezweifelt wurde. Bleibt der Hinweis, dass bei der Projektierung der späteren Messehallen alle Sicherheitsaspekte berücksichtigt wurden. Die Betreiber des Messegeländes haben ihre Lektion aus dem Unglück gelernt.
Die erste Messehalle wurde 1982 wieder hergestellt, die letzte erst nach zehn Jahren besonnener Zurückhaltung. Die Weinmesse aber fand wie schon zuvor weiterhin jedes Jahr statt. Tatsächlich waren durch das Feuer die Messehalle 1, die so genannte Weinhalle, noch am wenigsten in Mitleidenschaft gezogen worden und das überdachte Freilichttheater verschont geblieben. Entsprechend gingen die Konzertprogramme weiter und die übrige Messe wurde in provisorischen temporären Leichtbauhallen und bald auch wieder in der Weinhalle durchgeführt.
Die Verwaltung des Messegeländes liegt heute in der Hand der 1992 gegründeten Messegesellschaft Colmar Expo SA, die seitdem auch die Weinmesse „Foire aux Vins“ organisiert. Die Stadt Colmar ist Eigentümerin des Messegeländes mit den Messehallen. Die Weinmesse folgt weiterhin einer kontinuierlichen Entwicklung: immer mehr Aussteller und immer mehr Besucher.

Darüber sind in den letzten Zeit auch Fragen aufgekommen, ob sie noch die traditionellen Werte der ursprünglichen, nach dem Kriege gegründeten regionalen Messe der elsässischen Weine „Foire Régionale des Vins d’Alsace“ verkörpert. Dient sie tatsächlich weiterhin der Förderung der elsässischen Weine? Was ist mit der Unterhaltung in der Messe-Weinhalle? Was mit der herzlichen Atmosphäre, die die alte Weinmesse in der Innenstadt geprägt hatte?
Die Antwort: Im Prinzip hat sich nichts verändert: Die Weinhalle ist nach wie vor Schauplatz themenorientierter Unterhaltung, Variétékünstler präsentieren sich mit großem Erfolg in der Halle „Cabaret“, die Aussteller füllen die Gänge in den Messehallen und auf dem Messe-Freigeländ und auf das Pop-/Rockfestival „Foire aux Vins“ mit seinen beeindruckenden Hauptdarstellern strömen immer mehr Konzertbesucher. Der Wein selber nimmt bei der Veranstaltung weiterhin einen hohen Stellenwert ein.
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Im Oktober 2011 wurde das Messegelände durch ein neues Kongresscenter aufgewertet, für das die Messehalle 1, die Weinhalle, in eine moderne Mehrzweckhalle umgebaut wurde. Dies umfasst unter anderem eine teleskopartig ausziehbare Sitztribüne, die modulartig für über 500 bis 1300 Personen einsetzbar ist, sowie eine Bühne für Lifeauftritte. Alles hilft den Messeorganisatoren auch bei der Gestaltung von mehr auf den Wein hin ausgerichteten Einzelveranstaltungen.

Und schließlich, was die herzliche und festliche Atmosphäre des gesamten Messeereignisses betrifft, braucht man erst gar nicht darauf hinzuweisen, dass nichts davon verloren gegangen ist, im Gegenteil ...

Um 1948, dem Jahr der ersten Weinmesse, war Colmar ein bisschen wie zu Zeiten Martin Schongauers: ein aktives Zentrum künstlerischer Kreationen. Man zählte hier über ein Dutzend bekannter Maler, beginnend mit Hansi (Jean-Jacques Waltz), dessen Name landesweit bekannt war. Er gestaltete das Plakat der ersten Weinmesse, während der Umschlag des offiziellen Veranstaltungskataloges von Albert Bayer stammt, der der Kunstlehrer am Mädchengymnasium war.
In den folgenden Jahren hat man unter anderem Alfred Selig, Antoine Hundertpfund, Albert Klebaur, Paul Blasy und Eugene Noack um die Gestaltung der Plakate und Programmkataloge gebeten – bis hin zu Jean-Louis Kuntz, der zum offiziellen Messemaler wurde und die meisten Kataloge und Plakate realisierte.